Kiebitz - der Vogel des Jahres 2024

der vom NABU gekürte Vogel des Jahres

Jedes Jahr wird vom NABU der Wildvogel des Jahres gekürt. Und das ist der Gewinner des Jahres 2024....

Vogel des Jahres 2024 – Der Kiebitz Vanellus vanellus

 

Jedes Jahr wird vom NABU und seinem bayerischen Partner LBV der „Vogel des Jahres“ gekürt. Mit dieser öffentlichkeitswirksamen Kampagne, die bereits seit 1971 jährlich stattfindet, möchten die Initiatoren die Aufmerksamkeit auf eine bestimme Vogelart lenken, die entweder direkt oder indirekt beispielsweise durch die Gefährdung ihres Lebensraums bedroht ist. Dabei gilt die Wahl des „Vogel des Jahres“ auch gleichzeitig als Vorbild und Wegbereiter für viele weitere ähnliche Aktionen (z.B. Baum des Jahres, Pilz des Jahres, Schmetterling des Jahres), die sich in den Folgejahren etabliert haben. Seit 2020 wird nach einer Vorauswahl, die von Experten des NABU getroffen wird, auch öffentlich die Bevölkerung dazu aufgerufen sich an der Wahl zu beteiligen. So können die Menschen sich im Vorfeld der Wahl intensiver mit den jeweiligen bedrohten Arten auseinandersetzen und wichtige Fakten über die Gründe der Gefährdungslage der einzelnen Kandidaten lernen. In diesem Jahr konnte zwischen folgenden Arten ausgewählt werden:

 

  1. Steinkauz Athene noctua
  2. Rebhuhn Perdix perdix
  3. Rauchschwalbe Hirundo rustica
  4. Kiebitz Vanellus vanellus
  5. Wespenbussard Pernis apivorus

 

In diesem Jahr haben sich fast 120.000 Teilnehmer aus der Bevölkerung an der Wahl zum Vogel des Jahres beteiligt. Der strahlende Gewinner ist der Kiebitz Vanellus vanellus, der mit 27,8 % der Stimmen seine Konkurrenz deutlich in den Schatten stellte. Dieser elegante Feldvogel mit seiner markanten Federholle wurde nach 1996 schon zum zweiten Mal zum Vogel des Jahres gewählt. Die erneute Wahl unterstreicht nachdrücklich die Schutzbedürftigkeit des Kiebitz, dessen Bestände seit Jahrzehnten Europaweit im freien Fall sind. Galt er früher noch als häufige Vogelart, wird er in Deutschland inzwischen in der Roten Liste der bedrohten Vogelarten als „stark gefährdet“ eingestuft, in vielen Bundesländern sogar als „vom Aussterben bedroht“. Die Dramatik seines Rückgangs zeigt sich auch, wenn man die Bestandszahlen von 1992 und heute vergleicht. Sie zeigen, dass der Kiebitzbestand in Deutschland in diesem Zeitraum um fast 90% zurückgegangen ist. Der wohl wichtigste Grund für den Rückgang des Kiebitz ist sicherlich der Rückgang seines natürlichen Lebensraums. Wie so viele Vögel des Offenlandes leidet er besonders unter der Intensivierung der Landwirtschaft und Trockenlegung von feuchten Wiesen. Als Bodenbrüter, der sein Nest am liebsten am Boden von Feuchtwiesen, inzwischen als Anpassung an den Menschen sogar auf Äckern anlegt, sind immer mehr Landnutzung und die verfrühte Bearbeitung von Äckern und Wiesen die größte Bedrohung für den sympathischen Vogel. Mit der Wahl zum Vogel des Jahres möchte der NABU auf die prekäre Situation des Kiebitz aufmerksam machen, die gleichzeitig auch etliche weitere Tiere des Offenlandes betrifft.

Der Name des Kiebitz rührt von seinem charakteristischen Ruf her, der lautmalerisch in etwa „kiewitt“ geschrieben werden kann. Auffällig ist auch das sehr kontrastreiche Gefieder, welches bei günstigem Lichteinfall metallisch grün und lila glänzt. Zusätzlich besitzt der Kiebitz eine elegante Federholle am Hinterkopf, die vor allem beim Männchen sehr ausgeprägt ist. Als sogenannter Teil- oder Kurzstreckenzieher bleibt ein Teil unserer Kiebitze im Winter in Deutschland, wenn denn die Witterungsbedingungen es zulassen. Den Rest zieht es in den Süden nach Frankeich und Spanien oder in den Westen in die Niederlande. Mancherorts können Kiebitze daher das ganze Jahr über bei uns beobachtet werden, ansonsten von Februar bis November. Der aktuelle deutsche Bestand wird auf etwa 42.000 – 67.000 Brutpaare geschätzt. Die einzige Chance, um dem Kiebitz in Deutschland langfristig zu helfen, liegt wohl in einer Landwirtschaft, die naturverträglicher ist und nicht auch noch jeden letzten Zentimeter Land nutzt und ausbeutet. Zudem sollten Moore und Feuchtwiesen wieder vermehrt renaturiert werden, um dem Kiebitz auch seinen ursprünglichen Lebensraum wieder zurückzugeben. 

Autor: Matthias Overmann

Als Ornithologe und Biologe unterstützt Matthias das Team mit seinem Fachwissen und versorgt uns mit den wissenschaftlichen Neuigkeiten rund um die Themen Vogelfütterung und Ornithologie. Ihn treibt insbesondere das dramatische Artensterben an, weshalb er sich schon seit Jahren im Naturschutz engagiert.

„Die Vogelfütterung ist eine der einfachsten Arten, Vögeln etwas Gutes zu tun“

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